FN 110

Empfangsfunker Kabine

Kolkwitz-016
110

Ein sehr kleiner enger Raum von ca. 2,5 x 2 m ebenfalls mit grauem Ölsockel und darüber ein hellgelben Wandanstrich, erster Raum vom vorderen Gang rechts.
Typisch die Armee Hocker, sie ließen keine Gemütlichkeit aufkommen.
Der linke Platz wurde vom zweiten Funker, dem Leser, besetzt und den rechten Platz nahm der Funker ein, dies war vom Funker abhängig. War dieser Linkshänder wechselten dies natürlich die Plätze

Koordinatenempfangsfunk im Funknetz 110, Betriebsart A1, übertragen von der GSSD in Merseburg, im damaligen Bezirk Halle, hier war auch ein Flugplatz. Auch dieses Netz wurde rund um die Uhr betrieben. Sendegeschwindigkeit zwischen 100 und 180 Zeichen, nur Ziffern 0 bis 9, in der Minute, ein höllisches Tempo. Die Koordinaten wurden in ein Heft vom Funker geschrieben und von einem zweiten Funker zeitgleich per Mikrofon ins AIZ zum Planzeichner gelesen. Eine zusätzliche Belastung für den Empfangsfunker, da die Stimme vom Leser noch dazu kam. Der Planzeichnen zeichnette die Daten der Luftlage in Spiegelschrift auf das Planchett, eine über zwei Etagen reichende Plexiglasscheibe mit aufgebrachter Landkarte. Diese Trio konnte bei gutem Ausbildungsstand bis 16 Flugzeuge lückenlos darstellen, wobei es einen gleichen Leistungsstand voraussetzte. War der Planzeichner überfordert konnte auch der beste Funker keine Wunder vollbringen. Bei gleichen Diensthalbjahren gab es kaum Probleme, denn Spitzenkräfte erreichten bis 20 Flugzeuge. Das Netz lief bis zur Abschaltung 1990 ohne Ausfälle.

Auch hier gab es die Wechselsprechanlage zum Leiter Funk und die erforderlichen technischen Anschlüsse an der Wand, hinzu kommt die Sprachleitung zum Planzeichner.
Der Betriebsempfänger hatte keine Funktionen war Reserve.

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